Handlungsfeld 9
Monitoring der öffentlichen Wahrnehmung und Förderung des Tourismusbewusstseins
Seit einigen Jahren wird die Entwicklung des Tourismus insbesondere an Hochfrequenzstandorten von der Wohnbevölkerung und auch von Entscheiderinnen und Entscheidern aus Politik und Verwaltung mitunter kritisch gesehen.
Die Ursachen sind vielfältig: Verdrängung der Wohnbevölkerung, Überlastungserscheinungen an Hochfrequenzstandorten, gefühlte Identitätsverluste durch eine zu schnelle und nicht hinreichend mitgetragene Tourismusentwicklung u.a.m. Die Corona-Pandemie und ihre Folgen haben diese Entwicklung nochmals verstärkt: durch Lockdown-Erfahrungen einerseits, dem Erleben des eigenen Ortes gänzlich ohne Gäste, und besonders hohe Nachfrage nach dem Neustart des Tourismus andererseits. Dies führt immer häufiger zu Widerständen gegen größere Tourismusprojekte und oft auch gegen den Tourismus insgesamt.
Im deutschsprachigen Raum, insbesondere auch in den touristischen Hochfrequenzländern Österreich und Schweiz, sind Tourismusbewusstsein und -akzeptanz als isoliert zu bearbeitende Gestaltungsparameter bereits seit Längerem durch eine ganzheitliche Perspektive auf den "Lebensraum" für Gäste und Einheimische abgelöst worden.
An vielen Stellen wurden dort Konsequenzen gezogen, wie beispielsweise, dass nicht mehr "Tourismuskonzepte" sondern vielmehr "Lebensraumkonzepte" entwickelt werden, oder dass Marketing nicht mehr nur auf die Gewinnung von Gästen ausgerichtet wird, sondern in starkem Maße auch auf die eigene Wohnbevölkerung. Auch die Diskussion um Wachstumsgrenzen im Tourismus ist Folge dieser Entwicklung.
Mit dem Handlungsfeld "Tourismusbewusstsein und -akzeptanz" sollen die Grundlagen für eine von allen Anspruchsgruppen getragene Tourismusentwicklung in Schleswig-Holstein gelegt werden. Die in diesem Handlungsfeld zu adressierenden Anspruchsgruppen sind: